Demenz-Code Teil 2: Die zwei Zeiterleben

Wegen vieler Nachfragen veröffentlichen wir hier einzelne Elemente des „Demenz-Codes“ von Udo Baer, einem Schlüssel zum Verständnis von Menschen mit Demenz.

Es gibt die objektive Zeit, die in Sekunden, Minuten, Stunden usw. zu messen ist. Und es gibt das Zeiterleben, das subjektiv ist und je nach Individuum und Situation unterschiedlich erfahren wird. Ein Arbeitstag kann für den Einen „wie im Flug“ vergehen und für einen Anderen „quälend langsam“.

Das Zeiterleben der meisten Menschen mit Demenz ist bedeutend langsamer als das derjenigen, die sie begleiten.

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Demenz Code Teil 1: Erst die Sinne, dann die Resonanz, dann die Worte

Wegen vieler Nachfragen veröffentlichen wir hier einzelne Elemente des „Demenz-Codes“ von Udo Baer, einem Schlüssel zum Verständnis von Menschen mit Demenz.

Frau F. wiederholt einen Satz, immer wieder und kaum verständlich. Die Pflegekraft versucht, genau hinzuhören, und versteht: „Die Milch ist angebrannt.“ Mit dem Satz kann die Pflegerin nichts anfangen. Sie versteht nicht, was er bedeuten könnte. Doch sie nimmt die Sinnesäußerungen von Frau F. wahr: Deren Augen flackern hin und her, der Klang des Satzes ist scheu und ängstlich, die rechte Hand bewegt sich fahrig und zitternd auf dem Oberschenkel hin und her.

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Validation und leiborientierte Arbeit mit Gefühlen Teil 2

Leiborientierter Umgang mit Gefühlen nach dem SMEI-Konzept geht in folgenden Punkten über die Validation hinaus:

  • Wir reagieren nicht nur auf die sichtbaren Gefühle, sondern identifizieren den emotionalen Subtext von Gefühlen bzw. Verhalten demenzkranker Menschen.  Wir gehen davon aus, dass nur eine Reaktion, die sich auch auf den Subtext bezieht, Kontakt schafft und Veränderungen bewirkt. Wenn ein alter Mann aggressiv über das Essen schimpft, dann ist es notwendig, nicht nur auf das aggressive Gefühl zu reagieren, sondern auch auf die in diesem Fall zugrunde liegende Hilflosigkeit, dass er heute nicht selbst sein Brot schmieren kann. Nur wenn wir auch auf die Hilflosigkeit reagieren, können wir Begegnung schaffen und helfen.

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Validation und leiborientierte Arbeit mit Gefühlen Teil 1

Die Validation wurde von Naomi Feil begründet. Ihr großer und bleibender Verdienst besteht darin, dass sie die Würdigung der Gefühle in der Altenhilfe und v. a. in der Arbeit mit Menschen mit Demenz thematisierte. Ihr fiel auf, dass das Gedächtnistraining, das damals als einzige Hilfe für Demenzkranke praktiziert wurde, an deren Gefühlen vorbei geht und sogar noch die Scham und Unsicherheit verstärken kann, indem es die Beteiligten immer wieder mit ihren Unzulänglichkeiten konfrontiert.

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FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 4 : „Wie kann ich unterscheiden zwischen Demenz und Traumafolgen?“

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Die Unterscheidung ist nicht leicht, denn manche Symptome der Demenz ähneln denen der Traumafolgen. Dazu gehören unter anderem:

  • das Verstört-Sein
  • die Unruhe
  • die Ängste und Verunsicherungen
  • das Vermeidungsverhalten
  • die Scham

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Was mache ich, wenn … ein/e Bewohner/in abends nicht essen möchte?

Oft wird in Altenheimen abends der Tisch eingedeckt. Alle sitzen am Tisch und warten auf das Essen. Für Menschen mit Demenz kann der Eindruck entstehen, sie sitzen in einem Restaurant und wollen dort speisen. Doch manchmal bekommen diese alten Menschen Angst, dass sie das Essen nicht bezahlen können, denn sie haben kein Portemonnaie dabei und kein Geld. Sie essen dann nicht, um nicht bezahlen zu müssen, um der Scham und Peinlichkeit vorzubeugen, kein Geld für die Rechnung zu haben. Weiter lesen