G20: Macht die Fernseher aus!

Ich schreibe dies am Vormittag des 8.7. angesichts der Gewaltbilder aus Hamburg. Dass es viel zu protestieren gibt, teile ich. Dass die Gewalt gegen die Polizei, gegen die Autos und Fahrräder der Anwohner, gegen die Drogerien und Supermärkte, die geplündert wurden, menschenverachtend ist, damit werde ich mich mit fast allen, die dies lesen, einig sein.

Mich treibt um, dass auf den meisten Gewaltbildern, die im Internet zu sehen sind, im Hintergrund und an den Seiten Reporter und Fotografen zu sehen sind. Die Gwalttäter schimpfen auf die Medien und gleichzeitig wollen sie in die Medien und die friedlichen Proteste überdecken. Und die Medien bieten ihnen die Bühne dafür. Das ist ärgerlich. Das ist widerlich. Das möchte ich nicht sehen, weder im Fernsehen noch im Internet.

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Was mache ich, wenn … ein alter Mensch sehr erregt ist?

Zunächst einmal ist es notwendig, an die Erregung „anzudocken“ und nicht sofort beruhigen zu wollen. Wenn ein alter Mensch sehr unruhig hin- und herläuft, dann gehen Sie mit. Wenn er vor sich hinredet, reden Sie mit ihm. Versuchen Sie, ihn in seiner Erregung zu erreichen. Das verstehen wir unter Andocken. Wenn sie den Kontakt hergestellt haben, wird sich etwas verändern, zumindest können Sie dann den alten Mann oder die alte Frau in ein Gespräch verwickeln und darüber beruhigen. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 6 : „Für meine Eltern gilt der Leitsatz: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Doch obwohl sie es sich leisten könnten, gönnen sich auch im Alter nichts. Das Vergnügen kommt in ihrem Leben zu kurz, finde ich. Wenn ich das anspreche und sie mal einladen will, höre ich nur: „Das verstehst du nicht.“ Was kann ich tun?“

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Wir vermuten, dass Sie da wenig tun können. Solche Verhaltensweisen, ja Lebenseinstellungen haben sich bei manchen alten Menschen in den Charakter so sehr eingeschrieben, dass im Alter nur noch selten Veränderungen möglich sind. Wenn die Eltern ihre Jugend in Krieg und Not erlebt haben, gab es sehr wahrscheinlich kein Vergnügen und daraus haben sie ihre Lebenseinstellung gemacht. Verständlich und schade. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen in Gesprächsrunden die Kriegsjahre und das damit verbundene Leid verharmlosen, z. B. „war doch alles nicht so schlimm, damals hatte alles noch seine Ordnung“ oder „unter Adolf wäre das nicht passiert“. Während andere Menschen am Tisch in Tränen ausbrechen, weil sie an ihr Leid erinnert werden?

Hier treffen Menschen mit Täterverhalten auf Opfer. Manche dieser Menschen sind über Argumente erreichbar, die meisten nicht. Hier hilf nur, klar Position zu beziehen: Solche Sprüche sind falsch und hier verboten! Dabei müssen alle Pflegende am gleichen Strang ziehen. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 5 : „Müssen meine traumatisierten Eltern Therapie machen? Oder kann ihnen auch anders geholfen werden?“

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Therapie ist nur eine von mehreren Möglichkeiten der Hilfe. Wesentlich ist, dass Ihre Eltern Unterstützung suchen und annehmen. Es ist wichtig, Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen sich mit „Händen und Füßen“ wehren, ihr Auto bzw. ihren Führerschein abzugeben?

Das sind Situationen, die mich auch oft hilflos machen. Ich kann einerseits verstehen, dass jemand auch im hohen Alter weiter Auto fahren möchte. Das ist für diese Menschen ein Ausdruck von Mobilität, von Selbstwert, von Eigenständigkeit und Wirksamkeit. Dafür kämpfen sie eigentlich. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 4 : „Wie kann ich unterscheiden zwischen Demenz und Traumafolgen?“

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Die Unterscheidung ist nicht leicht, denn manche Symptome der Demenz ähneln denen der Traumafolgen. Dazu gehören unter anderem:

  • das Verstört-Sein
  • die Unruhe
  • die Ängste und Verunsicherungen
  • das Vermeidungsverhalten
  • die Scham

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FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 3 : „Meine Frau ist als junges Mädchen im Krieg vergewaltigt worden. Kann ich ihr helfen?“

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Schätzungen zufolge haben mindestens 860.000 Frauen im Kontext des zweiten Weltkrieges sexualisierte Gewalt erfahren. Ihre Frau ist also mit dieser Erfahrung nicht allein. Viele haben nie mit ihren Familienangehörigen und Freundinnen darüber sprechen können. „Sexualisierte Gewalt“ ist erst seit den 80er/90er Jahren ein gesellschaftliches Thema – auch die ersten Beratungs- und Anlaufstellen gründeten sich erst in dieser Zeit. Weiter lesen