Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 8: Die Zukunft

 

 

Bei einer Demenz-Diagnose erscheint vielen Betroffenen und Angehörigen die Zukunft grau und düster. Man weiß, dass der Alltag immer schwieriger wird und dass die Krankheit fortschreiten kann. Das macht Angst. Und Angst verschließt die Augen. Umso wichtiger ist es, über die Zukunft zu reden. Wir haben schon erwähnt, dass viele Menschen Pläne und Wünsche haben, die auch mit einer demenziellen Erkrankung verwirklicht werden können. Wird darüber nicht geredet, können diese Wünsche nicht auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden.

Doch auch über die Angst und konkret die Ängste muss geredet werden. Je konkreter und diffuser eine Angst, desto stärker wird sie. Also ist die Frage wichtig: „Wovor haben Sie oder hast du konkret Angst?“ Ein Betroffener sagte dann zum Beispiel: „Nicht vor dem Vergessen. Das merke ich ja nicht. Auch nicht vor dem Sterben. Das müssen wir alle. Ich habe vor allem Angst, meine Liebe zu verlieren. Und ich habe Angst, meine Frau nicht mehr zu erkennen.“ Gegen solche konkrete Angst kann man etwas tun. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass ein Paar auf einem Kassettenrecorder oder auf einem anderen Tonträger zum Beispiel Musik aufnehmen, die beide gerne hören, die sie verbindet und an der sie sich erkennen können, auch wenn die Demenz fortschreitet.

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About Udo Baer

Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut AKL, Mitbegründer und Wissenschaftlicher Berater der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für soziale Innovationen (ISI) sowie des Instituts für Gerontopsychiatrie (IGP), Vorsitzender der Stiftung Würde, Mitinhaber des Pädagogischen Instituts Berlin (PIB), Autor

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