Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 13: Nicht nur Opfer

 

 

 

Menschen mit demenziellen Erkrankungen sind nicht nur Opfer. Eine solche Erkrankung ist schlimm UND es kann auch positive Entwicklungen geben. Die Gefühlswelten treten mehr in den Vordergrund. Die unmittelbare Leiblichkeit wird lebendiger und sichtbarer. Eine Frau sagte über ihren demenziell erkrankten Mann: „So nett wie seit der Erkrankung war er noch nie zu mir. Vor allem kann er jetzt mal Gefühle zeigen. Das ging vorher gar nicht.“

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Agitiertheit, Teil 6: Agitierte Depression

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Starke Unruhe und Agitiertheit können auch Ausdruck einer Depression sein. Das ist zu wenig bekannt.

15% der Menschen, die älter als 65 Jahre sind, leiden an einer Depression. Man schätzt, dass 40 % der Depressionen bei älteren Menschen nicht erkannt, sondern mit den Folgen demenzieller Erkrankungen verwechselt werden. Mögliche Ursachen einer Altersdepression sind so vielfältig wie die Ausdrucksformen. Die bekannten Symptome einer Depression wie Niedergeschlagenheit, Antriebsschwäche, Konzentrations- und Schlafstörungen können auch bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen auftreten.

Unterschiede zwischen einer Altersdepression und demenziellen Erkrankungen können und dürfen nur ärztliche und psychologische Fachpersonen diagnostizieren. Anhaltspunkte können sein, dass sich die demenziellen Symptome zumeist schleichend entwickeln, während eine Depression plötzlich ihre Wirkung zeigen kann. Vor allem verlieren Menschen mit Depressionen nicht ihre Orientierung, was für Menschen mit demenziellen Erkrankungen charakteristisch ist.

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Agitiertheit, Teil 5: Was hilft?

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Am wichtigsten ist und am meisten hilft, dass die Pflegenden darum wissen. Alleine das Verständnis kann Brücken bauen und Menschen beruhigen. Es geht nicht, diesen Menschen zu sagen: „Es ist doch schon so lange her.“ Dagegen ist es wichtig, zu sagen: „Ja, Sie erinnern sich an etwas Schlimmes. Das hat Sie gerade erfasst und das ist schlimm.“ Dann fühlen Menschen sich verstanden und nicht ausgestoßen. Weiter lesen

Würde und Demenz, Teil 4: Sich als Begleiter/in würdigen

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Dass alten Menschen der Würdigung bedürfen und dass die Würde in der Altenhilfe ein hohes Gut ist, wird allerorten verkündet. Doch was heißt das konkret? Was beinhaltet es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu würdigen? Vier kleine Anmerkungen seien erlaubt:

4. Würde ist keine Eigenschaft, sondern ein Verb, ein Prozess. Würde bedeutet, eine andere Person zu würdigen, sich zu würdigen und der Beziehung zwischen beiden Würde zu erweisen. Dies schließt also ein, dass die familiär und professionell pflegenden Menschen sich selbst Achtung und Respekt entgegenbringen sollten.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 11: Sinnesbrücken

 

 

 

Sinne verbinden, Sinne schaffen Sinn. Sinn und Sinnlichkeit sind nicht voneinander zu trennen. So wichtig es ist, dass sich zum Beispiel im Rahmen der partnerschaftlichen Biographiearbeit die an Demenz erkrankte Personen und ihre Angehörigen auch darüber verständigen, welchen Sinn sie in ihrem Leben gesehen haben und auch zukünftig sehen, so wichtig ist es auch, sich Sinnesbrücken bewusst zu machen und sie zu bauen.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 10: Partnerschaftliche Biographiearbeit

In der Biographiearbeit ist es nicht nötig, möglichst viele Daten und Fakten zu sammeln, sondern es kommt auf das an, was wesentlich ist, um die Beziehung zu halten oder zu stärken. Deswegen ist es wichtig und sinnvoll, dass ein Paar sich an eine partnerschaftliche Biographiearbeit begibt oder dass es diese mit den Kindern gemeinsam gestaltet.

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Agitiertheit, Teil 3: Zeiterleben und Raumorientierung

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Besonderheiten bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen, die Agitiertheit fördern, liegen in deren verändertem Zeiterleben und der veränderten räumlichen Orientierung. Das Zeiterleben ist oft verschoben, für viele wird die Nacht zum Tag und umgekehrt. Wenn alle anderen nachts ruhen und Herr Michels um 1 Uhr beginnt, das Zimmer aufzuräumen und unruhig hin und her läuft, dann kann das nerven. Wird dann versucht, ihm zu erklären, dass es Nacht ist, oder wird er zu Ruhe ermahnt, wirkt dies in der Regel nicht. Für Herrn Michels  i s t  es Tag und er hat eine Aufgabe zu erfüllen, nämlich aufzuräumen.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 9: Ich liebe dich

 

 

Viele Menschen mit demenziellen Erkrankungen, die ihre Kinder oder ihre Partner/in lieben, haben Angst, diese Liebe nicht mehr fortsetzen zu können. Deswegen ist es gut, über diese Liebe zu sprechen. Möglichst konkret, möglichst darüber, wie sie sich konkret ausdrückt, wie sie gelebt wurde und gelebt wird. Zum Beispiel sind Fragen wichtig wie:

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Aus aktuellem Anlass: Medikamenten-Forschung: Und wieder eine Hoffnungsblase geplatzt

 

Seit Jahrzehnten wird intensiv daran geforscht, die Entwicklungsprozesse der Alzheimer-Erkrankung zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Forschungen bezogen sich insbesondere darauf, die Verplaqungen (Beta-Amyloid-Ablagerungen), die für die Erkrankung verantwortlich gemacht werden, zu bekämpfen.

Nun musste wieder eine große Studie mit dem Medikament Aducanumab, das große Hoffnungen geweckt hatte, abgebrochen werden. Es zeigte keine Wirkung.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 8: Die Zukunft

 

 

Bei einer Demenz-Diagnose erscheint vielen Betroffenen und Angehörigen die Zukunft grau und düster. Man weiß, dass der Alltag immer schwieriger wird und dass die Krankheit fortschreiten kann. Das macht Angst. Und Angst verschließt die Augen. Umso wichtiger ist es, über die Zukunft zu reden. Wir haben schon erwähnt, dass viele Menschen Pläne und Wünsche haben, die auch mit einer demenziellen Erkrankung verwirklicht werden können. Wird darüber nicht geredet, können diese Wünsche nicht auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden.

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