Selbstfürsorge, Teil 1: Wie möchte ich alt werden?

 

 

In den folgenden Beiträgen zur Selbstfürsorge möchte ich Hinweise geben, wie Sie den anspruchsvollen und anstrengenden Beruf der Begleitung alter Menschen für sich gut gestalten können. Viel mehr und konkrete Arbeitshilfen finden Sie in dem Buch: Udo Baer:  Selbstfürsorge – Wie Helfende das Helfen gut überleben. Semnos-Verlag (siehe unten)

Menschen, die in der Altenhilfe tätig sind, ganz gleich ob in der Pflege, in sozialen Diensten oder anderen Tätigkeitsfeldern, haben in ihrem Leben immer eigene Erfahrungen mit alten Menschen gemacht. Manche waren gut, manche waren schlecht. Unsere Erfahrung ist, dass es sinnvoll ist, sich dieser Erfahrungen bewusst zu werden, um auch verborgene Triebkräfte zu erkennen, die in das Berufsfeld führen und die eventuell ein Auspowern begünstigen könnten.

Nehmen sie ein Blatt und notieren Sie:

Welche Erfahrungen mit alten Menschen habe ich?

Wer hat mich beeinflusst?

Welche positiven, welche negativen Vorbilder gibt es?

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Das Herz vergisst nicht, Beitrag in der Zeitschrift „Pflegen“ 01/2019, von Michaela Asmuß

 erschienen in der Zeitschrift „Pflegen“ 01/2019

 

Brechen im Alter belastende Erinnerungen wieder hervor, ist das eine Herausforderung für die Pflege. So reagieren Sie richtig.

Viele ältere Menschen haben als Kinder oder Jugendliche die Schrecken des Krieges erlebt: Bomben, Hunger, Flucht waren allgegenwärtig. „Zwei Drittel der Menschen, die den zweiten Weltkrieg erlebt haben, mussten eine oder mehrere traumatische Erfahrungen erleiden“, sagt Dr. Udo Baer, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gerontopsychiatrie. Viele haben es verdrängt und nie darüber gesprochen. Doch im Alter brechen diese alten Wunden oft wieder auf.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 14: Vergissmeinnicht

 

 

Bei Familienangehörigen, die für einen Angehörigen eine Demenz-Diagnose erhalten haben, fördern wir Austausch und Gespräche zu den vielen Aspekten, die wir in den bisherigen 13 Kurzbeiträgen beschrieben haben. Zum Abschluss sollte ein Ritual hinzukommen, das wir besonders lieben. Wir fordern alle Beteiligten auf, sich untereinander ein „Vergissmeinnicht“ zu schenken. Nicht nur der demenziell erkrankten Person, sondern allen. Jeder für jeden.

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Agitiertheit, Teil 7: Schmerzen

 

 

 

 

Wenig bekannt ist, dass auch unerkannte Schmerzen zu Agitiertheit führen können. Wenn starke Schmerzen vorhanden sind oder auch mittelstarke Schmerzen nicht behandelt werden, sondern dauerhaft einen Menschen belästigen, dann beunruhigt das. Wenn demenziell erkrankte Menschen keine Worte haben, um ihre Schmerzen zu beschreiben, dann drücken sie ihr Beunruhigtsein in Unruhe aus. Agitierte Verhaltensweisen können entstehen, ja sich verfestigen.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 13: Nicht nur Opfer

 

 

 

Menschen mit demenziellen Erkrankungen sind nicht nur Opfer. Eine solche Erkrankung ist schlimm UND es kann auch positive Entwicklungen geben. Die Gefühlswelten treten mehr in den Vordergrund. Die unmittelbare Leiblichkeit wird lebendiger und sichtbarer. Eine Frau sagte über ihren demenziell erkrankten Mann: „So nett wie seit der Erkrankung war er noch nie zu mir. Vor allem kann er jetzt mal Gefühle zeigen. Das ging vorher gar nicht.“

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Agitiertheit, Teil 6: Agitierte Depression

 

 

 

 

 

Starke Unruhe und Agitiertheit können auch Ausdruck einer Depression sein. Das ist zu wenig bekannt.

15% der Menschen, die älter als 65 Jahre sind, leiden an einer Depression. Man schätzt, dass 40 % der Depressionen bei älteren Menschen nicht erkannt, sondern mit den Folgen demenzieller Erkrankungen verwechselt werden. Mögliche Ursachen einer Altersdepression sind so vielfältig wie die Ausdrucksformen. Die bekannten Symptome einer Depression wie Niedergeschlagenheit, Antriebsschwäche, Konzentrations- und Schlafstörungen können auch bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen auftreten.

Unterschiede zwischen einer Altersdepression und demenziellen Erkrankungen können und dürfen nur ärztliche und psychologische Fachpersonen diagnostizieren. Anhaltspunkte können sein, dass sich die demenziellen Symptome zumeist schleichend entwickeln, während eine Depression plötzlich ihre Wirkung zeigen kann. Vor allem verlieren Menschen mit Depressionen nicht ihre Orientierung, was für Menschen mit demenziellen Erkrankungen charakteristisch ist.

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Agitiertheit, Teil 5: Was hilft?

 

 

 

Am wichtigsten ist und am meisten hilft, dass die Pflegenden darum wissen. Alleine das Verständnis kann Brücken bauen und Menschen beruhigen. Es geht nicht, diesen Menschen zu sagen: „Es ist doch schon so lange her.“ Dagegen ist es wichtig, zu sagen: „Ja, Sie erinnern sich an etwas Schlimmes. Das hat Sie gerade erfasst und das ist schlimm.“ Dann fühlen Menschen sich verstanden und nicht ausgestoßen. Weiter lesen

Würde und Demenz, Teil 4: Sich als Begleiter/in würdigen

 

 

 

Dass alten Menschen der Würdigung bedürfen und dass die Würde in der Altenhilfe ein hohes Gut ist, wird allerorten verkündet. Doch was heißt das konkret? Was beinhaltet es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu würdigen? Vier kleine Anmerkungen seien erlaubt:

4. Würde ist keine Eigenschaft, sondern ein Verb, ein Prozess. Würde bedeutet, eine andere Person zu würdigen, sich zu würdigen und der Beziehung zwischen beiden Würde zu erweisen. Dies schließt also ein, dass die familiär und professionell pflegenden Menschen sich selbst Achtung und Respekt entgegenbringen sollten.

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 11: Sinnesbrücken

 

 

 

Sinne verbinden, Sinne schaffen Sinn. Sinn und Sinnlichkeit sind nicht voneinander zu trennen. So wichtig es ist, dass sich zum Beispiel im Rahmen der partnerschaftlichen Biographiearbeit die an Demenz erkrankte Personen und ihre Angehörigen auch darüber verständigen, welchen Sinn sie in ihrem Leben gesehen haben und auch zukünftig sehen, so wichtig ist es auch, sich Sinnesbrücken bewusst zu machen und sie zu bauen.

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Agitiertheit, Teil 4: Agitiertheit bei Kriegstraumata

 

 

 

Zwei Drittel der Menschen, die heute (2019) älter als 72 Jahre sind, haben in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit traumatische Erfahrungen erleiden müssen. Die Hälfte von ihnen mehrmals. Lange Zeit über viele Jahrzehnte wurden die Folgen solcher traumatischen Erfahrungen versteckt oder ins Unbewusste „weggedrückt“. Doch mit zunehmendem Alter, mit zunehmender Schwäche und Gebrechlichkeit, können solche Trauma-Folgen wieder lebendig werden. Sie zeigen sich häufig in Unruhe und Agitiertheit.

Frau Nissen kann kaum noch laufen, doch sie bewegt sich immer auf und ab. Sie läuft hier- und dorthin mit angestrengter Miene und konzentrierter Starre im Blick. Eine Mitarbeiterin fragt sie: „Wo wollen Sie denn hin?“ Sie schaut auf, hält kurz inne und geht dann weiter. Keine Antwort.

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