Demenz-Code Teil 6: Die neun Arten, Nein zu sagen

 

 

 

 

 

Wegen vieler Nachfragen veröffentlichen wir hier einzelne Elemente des „Demenz-Codes“ von Udo Baer, einem Schlüssel zum Verständnis von Menschen mit Demenz.

Viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind, können sich nicht mehr differenziert äußern. Insbesondere das Nein-Sagen fällt ihnen schwer. Dies ist Ausdruck der demenziellen Desorientierungen und Kommunikations-Einschränkungen. Hinzu kommen vor allem bei zahlreichen alten Frauen die soziokulturellen Gewohnheiten. Wer in seinem Leben nie oder selten „Nein“ sagen durfte, wird dies nur schwerlich im hohen Alter bzw. in der Demenz lernen.

Ich werde Ihnen deshalb hier neun Arten, Nein zu sagen, vorstellen. Sie sind im Rahmen der Entschlüsselung des Demenz-Codes bedeutsam. Für die Wahrung der Würde an Demenz erkrankter Menschen brauchen sie das Recht, „Nein“ sagen zu dürfen und zu können. Dazu müssen sie verstanden werden.

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Ein Projekt: Meine Schulzeit

Eine Pflegeeinrichtung in Hessen bereitete eine Ausstellung vor: „Schule früher – meine Schulzeit“. Das Besondere daran: Die Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung wurde wesentlich von Angehörigen getragen.

Viele Angehörige wurden einzeln angesprochen, ob sie sich vielleicht an dem Projekt beteiligen wollten. Das Argument war: Es diene der Belebung und Aktivierung der Bewohner/innen (natürlich nur, wenn sie es wollten). Einige Angehörige sagten zu. Sie hatten Interesse und die Mitarbeit minderte bei einigen die Schuldgefühle, dass sie ihre Eltern oder Partner hatten ins Heim geben müssen.

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Für eine Kultur der Gewaltlosigkeit Teil 4: Null-Toleranz gegenüber sexueller und anderer Gewalt

Viertens braucht es eine Atmosphäre der Null-Toleranz gegenüber sexueller und anderer Gewalt. Was bedeutet das? Sexuelle Übergriffe und gewalttätige Handlungen werden als solche bezeichnet und diejenigen, die sie vornehmen, werden damit konfrontiert. Wenn Gewalt und Aggressivität von Pflegenden ausgehen, ist das selbstverständlich. Weiter lesen

Die übersehene Gewalt in den Familien, Teil 5: Leise Gewalt: „Besser, ich wäre tot.“

„Ich bin zu nichts mehr zu gebrauchen.“ „Besser, ich wäre tot.“ „Nein, schenk mir nichts mehr zum Geburtstag, das lohnt sich nicht mehr.“ Solche und ähnliche Äußerungen weisen auf das erschütterte und erschütternde Innenleben eines pflegebedürftigen alten Menschen hin, auf sein Empfinden, dass sein Leben wirkungslos und sinnlos ist. Dies ist an sich schon schmerzlich. Und solche Sätze haben auch eine Wirkung auf die pflegenden Angehörigen. Diese Aussage trifft diese oft wie ein zusätzlicher Pfeil ins Herz: „Ich tue doch alles, um dir zu zeigen, wie wichtig du mir bist, und dann sagst du so was. Was soll ich denn noch tun?“

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 2: Der Schock

Der Schock

Eine Diagnose Demenz bzw. Alzheimer-Demenz ist ein Schock für alle Beteiligten. Ich betone noch einmal: alle Beteiligten. Diese Diagnose beinhaltet nicht nur eine Information, sondern ruft wesentliche emotionale Schockwellen hervor. Es ist ein Einschnitt zwischen dem Vergangenen und dem Zukünftigen, zwischen vorher und nachher. Dieser Schock, dieser Einschnitt muss gewürdigt werden.

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Für eine Kultur der Gewaltlosigkeit, Teil 3: Die Mitarbeiter/innen schulen!

Die Mitarbeiter/innen schulen!

Drittens ist es notwendig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Informationen und Schulungen erhalten, in denen an sie nicht nur die diffuse Aufforderung gerichtet wird: „Damit musst du professionell umgehen.“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen konkrete Unterstützung, konkrete Hilfen von der Einrichtungsleitung, von der Pflegedienstleitung, in Fortbildungen und Supervisionen.

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Die Spannung in den Zähnen

Viele ältere Menschen haben große Spannung in den Zähnen. Darunter leiden ihre Gebisse. Oft schmerzt der Kiefer bzw. die Kiefermuskulatur. Sicherlich kann diese chronische Anspannung bei manchen Menschen davon abstammen, dass sie gewohnt waren und sind, „die Zähne zusammenzubeißen“. Wenn sie schwächer werden, wenn sie Schmerzen haben, wenn sie unsicherer werden, neigen sie dazu, die Zähne noch stärker zusammenzubeißen und können sie dann oft nicht mehr loslassen, sodass die Spannung zu einem Dauerdruck wird.

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Demenz-Code Teil 5: Die Coping-Vorbilder

Wegen vieler Nachfragen veröffentlichen wir hier einzelne Elemente des „Demenz-Codes“ von Udo Baer, einem Schlüssel zum Verständnis von Menschen mit Demenz.

Manche Menschen mit Demenz kannten in ihrer Jugend oder im Erwachsenenalter Menschen mit Demenz und fanden damals Wege, mit ihnen gut umzugehen. Frau E. erzählte, bevor sie demenzkrank wurde, von ihrer Oma, die „nichts mehr mitbekam und immer nur jammerte, dass alles so schlimm“ sei. „Da bin ich zu ihr hin, hab’ ihr über die Backe gestreichelt und ihr gesagt: ,Ja, du bist en arm Dier (ein armes Tier).’ Das hat immer geholfen, da wurde sie ruhig.“

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Der Diagnoseschock. Wie die Demenz-Diagnose Familienbeziehungen durcheinanderwirbelt und was dann helfen kann, Teil 1: Die Demenz-Diagnose und die Zeit davor

Wenn Menschen die Diagnose Demenz oder speziell Alzheimer-Demenz erhalten, dann erschüttert dies. Diese Erschütterung ist umso stärker, je intensiver eine Phase der Angst vorherging. Im Unterschied zu früheren Zeiten wissen mittlerweile fast alle Menschen, dass eine Demenz bzw. Alzheimer-Demenz keine Erkrankung ist, die vorbeigeht, sondern dass diese Erkrankung immer schlimmer wird und im Tod endet. So positiv es ist, dass Wissen um die Demenz verbreitet ist, so sehr fördert es auch, dass sich Menschen vor der Demenz ängstigen. Das kann schon in jüngeren Jahren beginnen, wenn Menschen merken, dass sie etwas vergessen, und erst Recht, wenn sich dies wiederholt. Doch im höheren Alter wird die Angst größer und stärker.

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