Damit die Liebe bleibt

Ein Ehepaar hatte große Angst, weil die Ehefrau die Diagnose Alzheimer-Demenz bekommen hatte. Ich frage sie, wovor sie denn konkret Angst hätten. Denn es hilft immer, die Angst möglichst zu konkretisieren, um sich mit ihr auseinandersetzen zu können. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass beide vor allem Angst hatten, dass die Frau ihren geliebten Partner nicht mehr erkenne und damit die, wie sie sagte, „Liebe ihres Lebens“. Und der Partner fürchtete sich davor, dass seine Frau ihn irgendwann nicht mehr erkennen könne und er ihr fremd würde.

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„Dürfen“ Angehörige wütend sein?

This entry is part 8 of 8 in the series Angehörigenarbeit

 

 

Frau M. hat die Küche geputzt. Sie lässt ihren demenzkranken Mann einen Moment allein, weil sie Kartoffeln aus dem Keller holt. Bei ihrer Rückkehr stellt sie fest, dass dieser in die Küche uriniert hat. Er hat wieder einmal das Badezimmer nicht gefunden. Frau M. ist sauer und schimpft vor sich hin: „Muss das denn sein?!“ Einen Moment überlegt sie, ob ihr Mann das extra gemacht hat, um sie zu ärgern. Doch dann denkt sie, dass es Ausdruck seiner Erkrankung ist. Sie nimmt sich zurück, um nicht mit ihm zu schimpfen, aber trotzdem bleibt etwas von der Wut und dem Ärger. Sie denkt: Er ist doch krank, da darf ich doch nicht wütend sein.

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Überforderung

Angehörige, die demenziell erkrankte Menschen pflegen und begleiten, sind sehr oft überfordert. Zumindest kommen sie an die Grenzen zur Überforderung und überschreiten sie häufig. Es ist dies ein schleichender Prozess. Am Anfang gelingt die Pflege oft, dann wird sie schwieriger und irgendwann wird es zu viel. Aber die Liebe und die Kraft, die Versprechen, die man gegeben hat, führen häufig dazu, dass diese Grenzen nicht ernst genommen werden.

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„Ich habe meine Mutter verraten“

This entry is part 7 of 8 in the series Angehörigenarbeit

 

 

 

In einem Beratungsgespräch beginnt eine Frau bitterlich zu weinen. Sie sagt: „Meine Mutter ist dement und ich habe ihr versprochen, dass sie immer bei mir bleiben kann. Ich habe sie jetzt acht Jahre gepflegt, aber irgendwie geht es jetzt nicht mehr. Sie musste ins Heim. Ich habe mein Versprechen gebrochen. Jetzt schaut sie mich immer, wenn ich sie besuche, sehr vorwurfsvoll an. Sie spricht kaum noch mit mir …“

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G20: Macht die Fernseher aus!

Ich schreibe dies am Vormittag des 8.7. angesichts der Gewaltbilder aus Hamburg. Dass es viel zu protestieren gibt, teile ich. Dass die Gewalt gegen die Polizei, gegen die Autos und Fahrräder der Anwohner, gegen die Drogerien und Supermärkte, die geplündert wurden, menschenverachtend ist, damit werde ich mich mit fast allen, die dies lesen, einig sein.

Mich treibt um, dass auf den meisten Gewaltbildern, die im Internet zu sehen sind, im Hintergrund und an den Seiten Reporter und Fotografen zu sehen sind. Die Gwalttäter schimpfen auf die Medien und gleichzeitig wollen sie in die Medien und die friedlichen Proteste überdecken. Und die Medien bieten ihnen die Bühne dafür. Das ist ärgerlich. Das ist widerlich. Das möchte ich nicht sehen, weder im Fernsehen noch im Internet.

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Was mache ich, wenn … ein alter Mensch sehr erregt ist?

Zunächst einmal ist es notwendig, an die Erregung „anzudocken“ und nicht sofort beruhigen zu wollen. Wenn ein alter Mensch sehr unruhig hin- und herläuft, dann gehen Sie mit. Wenn er vor sich hinredet, reden Sie mit ihm. Versuchen Sie, ihn in seiner Erregung zu erreichen. Das verstehen wir unter Andocken. Wenn sie den Kontakt hergestellt haben, wird sich etwas verändern, zumindest können Sie dann den alten Mann oder die alte Frau in ein Gespräch verwickeln und darüber beruhigen. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 6 : „Für meine Eltern gilt der Leitsatz: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Doch obwohl sie es sich leisten könnten, gönnen sich auch im Alter nichts. Das Vergnügen kommt in ihrem Leben zu kurz, finde ich. Wenn ich das anspreche und sie mal einladen will, höre ich nur: „Das verstehst du nicht.“ Was kann ich tun?“

This entry is part 6 of 6 in the series Fragen von Angehörigen

*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Wir vermuten, dass Sie da wenig tun können. Solche Verhaltensweisen, ja Lebenseinstellungen haben sich bei manchen alten Menschen in den Charakter so sehr eingeschrieben, dass im Alter nur noch selten Veränderungen möglich sind. Wenn die Eltern ihre Jugend in Krieg und Not erlebt haben, gab es sehr wahrscheinlich kein Vergnügen und daraus haben sie ihre Lebenseinstellung gemacht. Verständlich und schade. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen in Gesprächsrunden die Kriegsjahre und das damit verbundene Leid verharmlosen, z. B. „war doch alles nicht so schlimm, damals hatte alles noch seine Ordnung“ oder „unter Adolf wäre das nicht passiert“. Während andere Menschen am Tisch in Tränen ausbrechen, weil sie an ihr Leid erinnert werden?

Hier treffen Menschen mit Täterverhalten auf Opfer. Manche dieser Menschen sind über Argumente erreichbar, die meisten nicht. Hier hilf nur, klar Position zu beziehen: Solche Sprüche sind falsch und hier verboten! Dabei müssen alle Pflegende am gleichen Strang ziehen. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 5 : „Müssen meine traumatisierten Eltern Therapie machen? Oder kann ihnen auch anders geholfen werden?“

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*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Therapie ist nur eine von mehreren Möglichkeiten der Hilfe. Wesentlich ist, dass Ihre Eltern Unterstützung suchen und annehmen. Es ist wichtig, Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen sich mit „Händen und Füßen“ wehren, ihr Auto bzw. ihren Führerschein abzugeben?

Das sind Situationen, die mich auch oft hilflos machen. Ich kann einerseits verstehen, dass jemand auch im hohen Alter weiter Auto fahren möchte. Das ist für diese Menschen ein Ausdruck von Mobilität, von Selbstwert, von Eigenständigkeit und Wirksamkeit. Dafür kämpfen sie eigentlich. Weiter lesen