Würde und Demenz, Teil 1: Gewürdigt zu werden, ist ein Menschenrecht.

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Dass alten Menschen der Würdigung bedürfen und dass die Würde in der Altenhilfe ein hohes Gut ist, wird allerorten verkündet. Doch was heißt das konkret? Was beinhaltet es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu würdigen? Vier kleine Anmerkungen seien erlaubt:

1.
Menschen mit Demenz zu würdigen, bedeutet, die Betonung auf „Menschen“ zu legen und nicht auf „Demenz“. Ja, die vielfältigen Erscheinungsformen demenzieller Erkrankungen müssen erkannt, verstanden und beachtet werden. Doch die erkrankten Menschen sind nicht nur „dement“. Ihr Menschsein erschöpft sich nicht darin, sondern ist weit mehr als das. Sie lachen und glauben, sie lieben und schimpfen, sie kuscheln und sehnen sich … Sie leben vielfältige Aspekte ihres Menschseins. Manche anders als die andern, manche verstörend, manche irritierend. Sie machen Mühe, ja, auch viele andere menschliche Begegnungen bedürfen der Achtsamkeit und Mühe.

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Würde und Demenz, Teil 2: Es geht um lebendige Beziehung

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Dass alten Menschen der Würdigung bedürfen und dass die Würde in der Altenhilfe ein hohes Gut ist, wird allerorten verkündet. Doch was heißt das konkret? Was beinhaltet es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu würdigen? Vier kleine Anmerkungen seien erlaubt:

2. Wer altert, verliert Menschen. Durch Krankheit und Gebrechlichkeit, Rückzug und Tod. Eine demenzielle Erkrankung verstärkt diesen Prozess. Menschen mit Demenz neigen zu Rückzug und Vereinsamung. Die Scham über die eigene Vergesslichkeit und Desorientierung, die Peinlichkeit der eigenen Unzulänglichkeiten produziert darüber hinaus das Bestreben, sich weniger zu zeigen, sich nicht mehr zuzumuten.

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Würde und Demenz, Teil 3: Das Herz ist nicht dement

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Dass alten Menschen der Würdigung bedürfen und dass die Würde in der Altenhilfe ein hohes Gut ist, wird allerorten verkündet. Doch was heißt das konkret? Was beinhaltet es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu würdigen? Vier kleine Anmerkungen seien erlaubt:

3. Wer an einer demenziellen Erkrankung leidet, verliert nach und nach das Orientierungsvermögen und das Gedächtnis. Doch wir Menschen haben zwei Systeme des Erinnerns. Es gibt das kognitive oder explizite Gedächtnis, in dem wir Daten, Namen, Reihenfolgen und Ähnliches erinnern. Und es gibt das leibliche oder implizite Gedächtnis der Gefühle, der Sinne, der Begegnungen, der Bilder – das Gedächtnis des Herzens. Wir können zum Beispiel das Datum des Hochzeitstages vergessen und gleichzeitig in den sinnlich-emotionale Erinnerungen an die Hochzeit schwelgen. Bei demenziellen Erkrankungen verliert sich das kognitive Gedächtnis, doch das implizite Gedächtnis bleibt lange bestehen. Das Herz wird nicht dement.

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