Für Dich soll`s rote Rosen regnen … Teil 2

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Eine Geschichte über leiborientierte Musiktherapie in der Praxis in 3 Teilen

Nach ca. 1 ½ Jahren zieht seine Frau zu ihm und zu uns auf die Pflegestation. Ihre Demenz ist fortgeschritten und sie kann nicht mehr zu Hause betreut werden. Zunächst ist das Ehepaar glücklich, wieder vereint zu sein. Jedoch der Umstand, nach über 80 Jahren das vertraute Heim (es ist ihr Elternhaus, in dem das Ehepaar über 60 Jahre lang zusammen lebte) verlassen zu müssen, leistete der Demenz einen erneuten Schub. Frau Schmitz konnte sich nicht einfinden. Weiter lesen

Spürende Begegnungen in der Altenhilfe Teil 2: Das Schauen

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Schon bei der Geburt ist die Augenmuskulatur nahezu vollständig entwickelt. Neugeborene nehmen die Augen der Mutter wahr, ihr Blick wird oft als „offen und unverstellt“ beschrieben. Schon im Alter von acht Wochen beginnen Säuglinge, direkten Blickkontakt zur Mutter aufzunehmen, und suchen deren Blick. Im Alter von drei bis sechs Monaten ist die Interaktion zwischen Mutter und Kind vor allem eine visuelle, eine durch die Primäre Leibbewegung Schauen geprägte, ein Tanz der Blicke. Weiter lesen

Für Dich soll`s rote Rosen regnen … Teil 1

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Eine Geschichte über leiborientierte Musiktherapie in der Praxis in 3 Teilen

Er ist mit Leib und Seele Sänger. Das Altenheim, in dem ich ihn kennen lernen durfte, ist jetzt seine „Bühne“.

Als ich Herrn Schmitz (Name geändert) kennen lernte, war er 85 Jahre alt. Schlaganfälle hatten ihn „in den Rollstuhl“ gebracht. Geistig fit erzählt er gerne aus seinem ereignisreichen Leben. Weiter lesen

Spürende Begegnungen in der Altenhilfe Teil 1: Was sind Primäre Leibbewegungen?

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„Was hat die Frau Meierle heute nur?“, dachte Elisabeth L., Altenpflegerin, „Sie starrt mich heute so seltsam an.“ Der Blick von Frau Meierle war ihr unbehaglich und machte ihr Angst, obwohl sie die 84-jährige Dame eigentlich gut leiden konnte. Aber heute war in diesem Blick etwas Besonderes, das sie dazu brachte, dem Blick auszuweichen und den Kontakt zu meiden. Weiter lesen

Wenn Patienten aggressiv werden

Verhält sich ein Patient aggressiv oder gewalttätig, ist es zunächst wichtig, zu unterscheiden, aus welchen gründen er so agiert. Ursache ist bei den meisten Menschen Überforderung oder Angst angesichts einer lebensbedrohlichen, chronischen Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit. Die Erregung wächst und die innere Spannung steigt, die sich in aggressiven Impulsen entladen kann. Zumeist erschrecken solche Menschen über sich selbst und über ihr Verhalten, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden. Aber es gibt auch Menschen, die „verroht“ sind. Weiter lesen

Biografiebrücken

Nicht nur in besonderen Aktivitäten würdigender Biografiearbeit, auch im Pflegealltag ist es notwendig, biografische Zusammenhänge zu erkennen und zu würdigen. Oft werden große Mengen biografischer Fakten gesammelt, die im Alltag nicht präsent sind und nicht präsent sein können.

Deshalb sind in dem folgenden Formular die 6 wichtigsten Biografiebrücken aufgeführt, die zu kennen im Pflegealltag sinnvoll ist. Weiter lesen

Wie klingt Loslassen, wie klingt Trost? Musiktherapie in der Hospizarbeit

(Auszug aus dem Vortrag beim Kompetenztag in Herne 2008: „Wenn Worte allein nicht reichen …“)

„Das beeindruckendste und vitalste Beispiel für buchstäblich ganzkörperliche Bewegung und geistig-seelische Bewegtheit durfte ich mit Frau Kruse erleben:

Frau Kruse

Frau Kruse leidet zusätzlich zu ihrer Krebserkrankung unter großen Angst- und Unruhezuständen, ist aber mit über 80 Jahren noch sehr gut auf den Beinen. Ich setze mich zu ihr an den Küchentisch und sie erzählt in wirklich rasendem Tempo (wie ein Wasserfall) und zunehmend atemloser von ihrer Kindheit und Jugend in Westpreußen.

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Maloche geht vor!

(der Name des Bewohners wurde geändert)

Hotte Schmitz ist ca. 70 Jahre und an Demenz erkrankt. Er ist körperlich noch aktiv und in seiner eigenen Realität zurückgezogen. Wenn wir ihn ansprechen, bekommen wir kurze knappe Antworten.

Früher war er als Handwerker auf dem Bau im Ruhrgebiet tätig. Oft können wir ihn dabei beobachten, wie er die Nähte der Tapeten an den Wänden, die Fugen der Fliesen, die Stabilität der Tische und Stühle und die Dichtungen der Türen kontrolliert. Herr Schmitz lässt sich selten zu den Mahlzeiten an den Tisch begleiten. Er wirkt so, als dürfe er sich keine Pause leisten. Nach dem Motto: „Maloche geht vor! Erst die Arbeit dann das Vergnügen!“

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Der Mutige im Apfelbaum

(der Name des Bewohners wurde geändert)

Achim Sinn ist 45 Jahre alt und an Alzheimer erkrankt. Es macht ihm sehr zu schaffen, dass er in diesem Alter schon diese Erkrankung hat. In den Morgenstunden hat er sehr mit seinen depressiven Stimmungen zu kämpfen und möchte am liebsten gar nicht aus seinem Zimmer kommen.
Die Leitung der Einrichtung stellte mich eines Morgens Herrn Sinn als Kunsttherapeutin vor und er erzählte mir sofort, dass er in jungen Jahren als Künstler tätig war. Nach einer Weile entschieden wir uns einen gemeinsamen Spaziergang zu machen und lernten uns kennen. Er erzählte mir viel über lustige Erlebnisse seiner Kindheit, wir lachten zusammen und fachsimpelten bis wir uns gemeinsam auf eine Bank in die Sonne setzten. Immer wieder erzählte er mir davon, dass er als Kind mit seinen Kumpels durch die Siedlung strich und bei einem Bauer die Äpfel vom Baum klaute. „Das waren die Leckersten, aber wir mussten immer gut aufpassen, dass wir nicht erwischt wurden. Ich habe als Kind stark gestottert und wurde oft gehänselt. Dafür war ich aber immer der Mutigste von uns. Ich bin nämlich auf den Baum geklettert, weil meine Kumpels zu feige waren. Aber geteilt habe ich dann trotzdem mit ihnen!“ Jedes Mal, wenn er mir diese Geschichte erzählte, sah ich einen glänzenden Stolz in seinen Augen und erlebte ihn aufgerichtet.

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Wenn Frau Holle tanzt und die Hexe erzählt

Nele Langeheine arbeitet seit langem mit Märchen in der Beleitung demenziell erkrankter Menschen. In einem Vortrag in Hamburg berichtet sie über ihre Erfahrungen.

 

Einleitung:

Sehr geehrte Damen und Herren, lassen sie mich meinen Vortrag beginnen mit einem Märchen:

Der goldene Schlüssel

Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bisschen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. „Wenn der Schlüssel nur passt!“ dachte er. „Es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen.“ Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, dass man es kaum sehen konnte. Er probierte, und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen, und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.

Anleitung:

Auf Ihren Plätzen liegt jeweils 1 Postkarte und 1 Stift.
Malen Sie doch einmal das Kästchen, so wie Sie es sich vorstellen: Wie sieht es aus?
Und auf die Rückseite schreiben Sie einmal auf, was wohl in diesem Kästchen für kostbare Dinge liegen. Tauschen Sie sich kurz mit der Nachbarin/dem Nachbarn aus.

Ich bin überzeugt, dass jetzt so viele unterschiedliche Kästchen und Vorstellungen hier im Raum sind, wie Zuhörer und Zuhörerinnen. Sie haben sich das Märchen bildlich vorgestellt
Deutlich wurde, dass jeder von Ihnen ein ganz persönliches Bild, ein eigenes Erleben von diesem kurzen Märchen hat.

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