Nele Langeheine arbeitet seit langem mit Märchen in der Beleitung demenziell erkrankter Menschen. In einem Vortrag in Hamburg berichtet sie über ihre Erfahrungen.
Einleitung:
Sehr geehrte Damen und Herren, lassen sie mich meinen Vortrag beginnen mit einem Märchen:
Der goldene Schlüssel
Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bisschen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. „Wenn der Schlüssel nur passt!“ dachte er. „Es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen.“ Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, dass man es kaum sehen konnte. Er probierte, und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen, und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.
Anleitung:
Auf Ihren Plätzen liegt jeweils 1 Postkarte und 1 Stift.
Malen Sie doch einmal das Kästchen, so wie Sie es sich vorstellen: Wie sieht es aus?
Und auf die Rückseite schreiben Sie einmal auf, was wohl in diesem Kästchen für kostbare Dinge liegen. Tauschen Sie sich kurz mit der Nachbarin/dem Nachbarn aus.
Ich bin überzeugt, dass jetzt so viele unterschiedliche Kästchen und Vorstellungen hier im Raum sind, wie Zuhörer und Zuhörerinnen. Sie haben sich das Märchen bildlich vorgestellt
Deutlich wurde, dass jeder von Ihnen ein ganz persönliches Bild, ein eigenes Erleben von diesem kurzen Märchen hat.
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