FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 3 : „Meine Frau ist als junges Mädchen im Krieg vergewaltigt worden. Kann ich ihr helfen?“

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*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Schätzungen zufolge haben mindestens 860.000 Frauen im Kontext des zweiten Weltkrieges sexualisierte Gewalt erfahren. Ihre Frau ist also mit dieser Erfahrung nicht allein. Viele haben nie mit ihren Familienangehörigen und Freundinnen darüber sprechen können. „Sexualisierte Gewalt“ ist erst seit den 80er/90er Jahren ein gesellschaftliches Thema – auch die ersten Beratungs- und Anlaufstellen gründeten sich erst in dieser Zeit. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 2: „Manchmal vermute ich, dass meine Mutter Schlimmes durchgemacht hat. Aber bisher hat sie noch nie darüber geredet. Ist es sinnvoll aktiv nachzufragen?“

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*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Vielleicht hat Ihre Mutter Angst, dass es für sie zu viel wird, wenn sie redet. Vielleicht hat sie ihre schlimmen Erfahrungen weggeschlossen und findet den Schlüssel nicht mehr. Vielleicht findet sie keine Worte. Weiter lesen

FRAGEN VON ANGEHÖRIGEN Teil 1: „Woran kann ich erkennen, ob mein Vater, meine Mutter traumatisiert ist, wenn sie nicht darüber sprechen?“

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*zuerst erschienen in einem Sondernewsletter des Verbundprojektes „Alter und Trauma – Unerhörtem Raum geben“

Es kann immer nur Hinweise geben. Ein Trauma ist ein erschütterndes Erlebnis, das als existenziell bedrohlich erlebt wird. Die Folgen sind so vielfältig wie die Menschen, die sie erleben. Hinweise können sein: Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen immer wieder die „alten Geschichten“ fast Wort für Wort, wie in einer Endlosschleife erzählen?

Dann macht das für sie einen Sinn, der für andere nur schwer nachvollziehbar ist. Oft haben diese alten Geschichten eine emotionale Bedeutung. Dieses Gefühl wird aber nicht erzählt, sondern bleibt fast immer verdeckt. Wir sagen deshalb „Deckgeschichten“ dazu. Das bewegende Gefühl ist an den Geschichte angehaftet und sorgt dafür, dass sie immer wieder erzählt werden. Doch es kommt nicht wirklich an die Oberfläche, wird nicht fühlbar. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … Bewohner in anderen Betten einschlafen?

Zur dementiellen Entwicklung gehört die Desorientierung. Diese beruht auf einer Verunsicherung: Wer bin ich? Was ist meins? Was gehört zu mir? Diese Verunsicherung der Meinhaftigkeit erstreckt sich in den Lebensraum hinein. Die betroffenen Menschen wissen oft nicht mehr, was ihr Zimmer, welches ihr Bett, welche ihr Kleidungsstück ist. Das führt dazu, dass sie gelegentlich sich in einem anderen Bett niederlassen und dort einschlafen. Vermutlich haben sie dort ein ruhiges, sicheres „Plätzchen“ für sich gefunden. Weiter lesen

SERIE Demenz und geistige Behinderung (5): Drei Leitorientierungen

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Für eine Einrichtung, die Menschen mit geistigen Behinderungen und Demenz betreut, habe ich drei Leitorientierungen formuliert, die ich hier als Anregung vorstellen möchte. Sie betreffen Aspekte, die in den Überlegungen und Planungen oft zu kurz kommen: Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen sich bestohlen fühlen?

Zunächst einmal gilt es, diese Angst ernst zu nehmen. Es kann ja auch tatsächlich in einer Pflegeeinrichtung geschehen sein, dass jemandem etwas gestohlen wurde. Also gilt, gemeinsam auf die Suche zu gehen, unter dem Motto: „Vier Augen sehen mehr als zwei.“ Meist können die vermissten Gegenstände schnell gefunden werden. In der Regel sind sie verlegt worden. Schmuck wird gerne in Servietten verpackt und an vermeintlich sicheren Orten abgelegt, Zahnprothesen landen oft im Papierkorb oder der Toilette. Weiter lesen