Was mache ich, wenn … Bewohner in anderen Betten einschlafen?

Zur dementiellen Entwicklung gehört die Desorientierung. Diese beruht auf einer Verunsicherung: Wer bin ich? Was ist meins? Was gehört zu mir? Diese Verunsicherung der Meinhaftigkeit erstreckt sich in den Lebensraum hinein. Die betroffenen Menschen wissen oft nicht mehr, was ihr Zimmer, welches ihr Bett, welche ihr Kleidungsstück ist. Das führt dazu, dass sie gelegentlich sich in einem anderen Bett niederlassen und dort einschlafen. Vermutlich haben sie dort ein ruhiges, sicheres „Plätzchen“ für sich gefunden. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … alte Menschen sich bestohlen fühlen?

Zunächst einmal gilt es, diese Angst ernst zu nehmen. Es kann ja auch tatsächlich in einer Pflegeeinrichtung geschehen sein, dass jemandem etwas gestohlen wurde. Also gilt, gemeinsam auf die Suche zu gehen, unter dem Motto: „Vier Augen sehen mehr als zwei.“ Meist können die vermissten Gegenstände schnell gefunden werden. In der Regel sind sie verlegt worden. Schmuck wird gerne in Servietten verpackt und an vermeintlich sicheren Orten abgelegt, Zahnprothesen landen oft im Papierkorb oder der Toilette. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … ein/e Bewohner/in abends nicht essen möchte?

Oft wird in Altenheimen abends der Tisch eingedeckt. Alle sitzen am Tisch und warten auf das Essen. Für Menschen mit Demenz kann der Eindruck entstehen, sie sitzen in einem Restaurant und wollen dort speisen. Doch manchmal bekommen diese alten Menschen Angst, dass sie das Essen nicht bezahlen können, denn sie haben kein Portemonnaie dabei und kein Geld. Sie essen dann nicht, um nicht bezahlen zu müssen, um der Scham und Peinlichkeit vorzubeugen, kein Geld für die Rechnung zu haben. Weiter lesen

SERIE Demenz und geistige Behinderung (3): Besondere Einrichtungen?

Es wird viel darüber diskutiert, ob es sinnvoll oder notwendig ist, für Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz besondere Einrichtungen bzw. Wohngruppen zu schaffen. Ich bin der Auffassung, dass dies teilweise notwendig sein kann und ist, aber nicht zur Regel werden sollte.
Der erste Grund dafür besteht darin, dass die Diagnose so schwierig ist und bei vielen unsicher bleibt. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … ein alter Mensch beim Einschlafen immer eine gepackte Tasche neben sich haben muss?

Viele Menschen haben in ihrer Kindheit oder Jugend in Krieg und Flucht traumatische Erfahrungen gemacht. Sie mussten damals in Kleidungsstücken schlafen, um sofort aufzuspringen und das Nötigste mitzunehmen, wenn der Bombenalarm zu hören war. Deswegen hatten sie beim Einschlafen immer einen kleinen gepackten Koffer oder eine gepackte Tasche neben sich. Sie durfte nicht zu schwer sein, damit sie schnell und leicht tragbar war. Doch sie musste alles Notwendige enthalten. Weiter lesen

SERIE Demenz und geistige Behinderung (2): Woran die Demenz erkennen?

Das Hauptproblem besteht darin, dass es keine verlässlichen Tests gibt, um bei Menschen mit geistiger Behinderung eine beginnende Demenz zu erkennen. Schon bei Menschen ohne geistige Behinderung ist die Früherkennung vage und stützt sich vor allem auf die Beobachtung von Veränderungen geistiger Fähigkeiten. Diese sind bei Menschen mit geistiger Behinderung eingeschränkt und können deshalb nicht als Indikator genutzt werden. Weiter lesen

Was mache ich, wenn … ein alter Mensch einen Angehörigen nicht erkennt?

Wenn die Erinnerung so eingeschränkt ist, dass selbst Angehörige nicht mehr erkannt werden, kann nur noch versucht werden, über bestimmte Sinneseindrücke einen Zugang zu finden. Vorschlag: Probieren Sie, eine Erkennungsmelodie zu finden, die Sie immer summen oder singen, wenn Sie mit der alten Person in Kontakt treten. Weiter lesen

SERIE Demenz und geistige Behinderung (1): Zahlen

Dass Menschen mit geistiger Behinderung demenzielle Erkrankungen haben, fällt in Deutschland erst in den letzten Jahren auf. Dass dies vorher nicht der Fall war, ist eine Folge der Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Menschen mit Behinderungen wurden bis 1945 ermordet. Erst die nach 1945 geborenen konnten so alt werden, dass sie auch an Alterserkrankungen wie den demenziellen erkranken konnten. Weiter lesen